Kommas retten Leben

Kommas retten Leben

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Vor einiger Zeit saß ich mit zwei Freundinnen in einem kleinen Eiscafé. Wir plauderten über das Spaghettieis, unsere Selbstständigkeit und irgendwann kamen wir auf die Frage, ob man nach „mit freundlichen Grüßen“ eigentlich ein Komma setzt oder nicht.
Irgendwie waren wir vom Eis plötzlich bei Satzzeichen, besonders Kommas, und ihren Feinheiten gelandet.

Hundert Prozent sicher waren wir uns alle drei nicht, dabei arbeiten wir tagtäglich und erfolgreich mit Texten! Weil wir die Unsicherheit nicht ertragen konnten, haben wir es dann nachgesehen und wussten, mobiles Internet sei Dank, kurz darauf, dass nach „mit freundlichen Grüßen“ kein Komma gesetzt wird.
Du siehst, auch Profis sind sich bei der richtigen Zeichensetzung nicht immer sicher. Also keine Sorge, wenn du bei Satzzeichen unsicher wirst, du bist in bester Gesellschaft.

Die Sache mit den Satzzeichen

Mit Satzzeichen ist das ja eh so eine Sache. Im Internet sind sie offensichtlich oft überflüssig und werden weggelassen – außer natürlich das Ausrufezeichen!!!! Aber auch in Romanen finde ich manchmal kaum Satzzeichen. Da gibt es ein paar neugierige Fragezeichen, auch mal empörte Ausrufezeichen und kleine wilde Rudel aus beidem. Auch der schlichte Punkt ist immer mal wieder zu sehen. Aber Kommas scheinen mit der Gießkanne zufällig im Text verteilt worden zu sein. Oder sie wurden gleich ganz eingespart.

 

Ja, ich übertreibe grade ein wenig. Aber es macht mich traurig, wenn ich sehe, wie manchmal mit Satzzeichen umgegangen wird. Als wären sie lästig. Dabei sind sie sehr nützlich. Sie helfen Autorinnen wie dir und mir. Nicht nur, damit das Buch professionneller aussieht, weil sie an den richtigen Stellen sind, nein, auch sonst sind sie toll.

Ich weiß, ich weiß, ich wecke gruselige Erinnerungen an quietschende Kreide auf der Tafel und den stinkenden Tafelschwamm, wenn ich sage, dass Satzzeichen toll sind. Ganz ehrlich, ich weiß auch nicht immer, wie sie richtig eingesetzt werden. Aber ich weiß, dass Satzzeichen sehr mächtig sind.

 

Ja, du hast richtig gelesen. Satzzeichen sind mächtig. Nehmen wir mal das Komma. Diese kleine, lustige Häkchen wird gerne mal vergessen, manchmal ist es überflüssig oder wird großzügig irgendwie im Text verteilt.
Die Wahrheit ist aber, dass ein Komma, ja, genau, EIN Komma, den Unterschied zwischen nett und gruselig machen. Es kann sogar Leben retten. Zumindest im Text.

Kommas retten Leben

Offiziell trennt das Komma einzelne Sätze und Satzteile, sprich, es teilt deinen Text in schöne, passende Häppchen ein. Dabei sortiert es deinen Text, indem es zeigt, was zusammen gehört und was eher nicht. Wenn es weggelassen wird, kann sowas dabei rauskommen:

Kommas retten Leben

 

Ja, du lachst. Das habe ich auch getan.

Das Bild stammt übrigens auf der Frankfurter Buchmesse vom Stand des Duden-Verlages, der Fotohintergrund ist also eigentlich knallgelb, aber die Messebeleuchtung und meine Smartphonekamera haben sich nicht so gut verstanden. Ich vermute, dass das fehlende Komma hier Absicht war, immerhin lebt dieser Verlag davon, schlaue Nachschlagebücher für Sprache zu verkaufen. Ist also eine ziemlich gute Werbung für ihre Bücher. Und sie zeigt großartig, wie viel Macht ein kleines Komma haben kann. Da wird einfach mal die Familie gekocht.

 

Die deutschunterricht-mäßige Theorie hier sagt, dass die einzelnen Teile einer Aufzählung mit Kommas voneinander getrennt werden müssen. Also alles, was sich mit erstens, zweitens, drittens durchnummerieren ließe, wird mit Kommas getrennt. Zum Test kannst du einfach mal ein „und“ einsetzen. Wenn es passt, her mit dem Komma. Korrekt wäre also: „Ich mag meine Familie, kochen und meine Katze.“

 

Aber ganz ehrlich, ich finde, mit einem schicken Beispielsatz wie dem hier lässt es sich viiiiiel besser merken, wo man ein Komma braucht, oder?

Und ja, wenn du einen Roman schreibst, in dem – warum auch immer – die Rede davon sein soll, die eigene Familie zu kochen, muss da natürlich kein Komma rein. Aber ansonsten kann ein Komma hier Leben retten.

Noch ein Beispiel?

Kein Problem, kommt sofort. Wie wäre es mit diesem hier:
„wir essen Opa“
Sieht ziemlich harmlos aus, aber du weißt ja spätestens nach meiner Ankündigung, dass das nicht sein kann. Genau, das ist keine nette Erinnerung an Opa, dass es Essen gibt, sondern wieder fieser Kannibalismus. Mit Komma wär das nicht passiert. Du hast es dir sicher schon gedacht, dass eine Aufforderung so geschrieben würde: „wir essen, Opa“

Wenn da jetzt stünde „wir essen Pizza“ dann essen du und ich oder deine Figuren, die diesen Satz sagen, gerade Pizza. Sollte aber eine Person namens Pizza aufgefordert werden, zum Essen zu kommen, dann, richtig, müsste da ein Komma vor den Namen. Das Komma, so die schlauklingende Theorie, trennt die Anrede vom übrigen Satz.
Auch hier zeigt das kleine Komma seine Macht, es verhindert gegessene Opas und Leute namens Pizza (wobei es die ja geben soll).

Das Komma ist dein Freund

Ich weiß, dass das Komma harmlos aussieht. Aber es ist nicht nur ein kleiner Haken, es ist ein starkes, nützliches Satzzeichen, das hilft, damit der Text nicht plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekommt. Es ist dein Freund.

 

Also bitte benutz es. Wenn du nicht weißt, wo es hin soll oder ob du eins brauchst, guck nach. Dafür gibt es schlaue Bücher* und Webseiten. Du musst dich auch nicht aus dem Schreibfluss reißen, um nachzuschlagen, ob da jetzt ein Komma hingehört, ich mache das auch erst während der Überarbeitung. Und es ist nicht peinlich, das nicht zu wissen. Das passiert auch Profis, du bist davon nicht weniger Autorin. Aber hab keine Angst vor der Verwendung der Satzzeichen und ganz besonders des Kommas. Das tut nur schlimme Dinge, wenn du es weglässt.

 

Satzzeichen sind Freunde! Auch wenn einige von ihnen manchmal etwas komplizierter sind, es lohnt sich, sie besser kennenzulernen. Sie sind nett und mächtig in der Hand einer Autorin. Kommas retten sogar Leben. Manche Figuren werden es dir danken.

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